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25. März 2014
„Ein heißer Kampf bis zum Schluss!“

KTV Obere Lahnvon Benedikt Bernshausen

Biedenkopf. Am Barren wendet sich das Blatt. Bisher hatten die Biedenkopfer zurückgelegen, nur am Pferd ein Unentschieden erreicht, aber insgesamt den Anschluss gehalten und den starken Gegener nach Boden, Pferd, Ringen und Sprung nicht zu weit entkommen lassen. Obere Lahn liegt nach vier Geräten mit nur sechs Scorepunkten im Rückstand – 21:27.

Dann kommt Andrey Likhovitskiy. Er legt an den Holmen eine herausragende Übung vor, die Saar mit einem leichten Gegner, Luca Ehrmantraut, konntert. Likhovitskiy holt fünf Scorepunkte und verringert den Abstand auf die Gäste. Als Fabian Lotz an das Gerät tritt, signalisiert  KTV-Trainer Albert Wiemers mit der Hand auf der Brust, wie sehr sein Herz vor Anspannung rast. Er verschränkt die Arme hinter den Kopf und beobachtet: Lotz kommt gut durch, bringt die Übung in den sicheren Stand.

Zwar setzt Saar Nationalturner Eugen Spiridonov dagegen, doch das Duell endet – zur Erleichterung von Albert Wiemers – unentschieden. Als danach Waldemar Eichhorn patzt, taktieren die Biedenkopfer, ziehen Fabian Hambüchen zunächst zurück und bringen KTV-Neuling Jakob Paulicks, der zwei Scorepunkt holt – ebenso wie Hambüchen dann im nachfolgenden Weltklasse-Zweikampf gegen dem Weltcupführenden Ukrainer und Neu-Saarländer Oleg Verniaiev. Erstmals im Wettkampf mit dem Deutschen Meister von 2012 übernimmt Obere Lahn die Führung, setzt sich gar mit drei Scorepunkten vom Herausforderer ab – 30:27. Plötzlich spürt auch das Publikum, dass der Sieg in greifbare Nähe kommt. Denn am finalen Gerät, dem Reck, sind die „Titanen“ aus dem Hinterland eine Macht. Die Trommelschläge und Anfeuerungsrufe werden lauter. Getragen vom Jubel der Fans legt Likhovitskiy eine weltklasse Übung vor, die Saar erneut nicht kontern kann: Spiridonov verliert drei Punkte an den Weißrussen,  und danach Thore Gauch mit – so Philipp Wiemers – „der besten Reckübung seines Lebens“ nur vier Zähler an Waldemar Eichhorn. Zu dieser Zeit steht es 33:31 für die KTV, die als nächsten Hambüchen setzt, der die Zuschauer mit seiner Flugshow verzaubert und die Vorentscheidung herbeiführt: Fünf Punkte gegen Ehrmantraut. Oleg Verniaievs „Dreier“ zum Abschluss gegen Lotz kann die 34:38-Niederlage der Turner aus Dillingen nicht mehr verhindern. Mit hochgerissenen Armen und Freudengesängen feiern die Biedenkopfer  als das Endergebnis über die Anzeigetafel flimmert. Derweil steht Viktor Schweizer mit versteinerter Miene hinter der Bande: Sein Team sammelte mehr Wettkampfpunkte, gewann mehr Geräte, stellte mit Verniaiev (18 Punkte) vor Hambüchen und Likhovitskiy (je 12) sogar den Topscorer des Duells. Und doch hat seine Riege insgesamt verloren. Für einen Moment fehlen dem Trainer von Saar die Worte, dann stellt er fest: „Meine Jungs sind selbst schuld! Wir haben zu viele Fehler gemacht: am Pferd, den Ringen, an Sprung und Barren haben wir wichtige Punkte verschenkt!“ Das spielte Obere Lahn in die Karten: „Wir wussten, es wird ein Wettkampf auf des Messers Schneide. Ich habe im Vorfeld gedacht, dass der Abstand nach den ersten Geräten größer sein würde“, betont Albert Wiemers. Aber seine Turner haben gekämpft: Ob Waldemar Schiller, der nach der Verletzung zurück im Team ist und Oleg Verniaiev am Boden nur vier Punkte überlässt. Oder Sebastian Quensell, der den Absteiger von Ivan Bykov am Pferd ausnutzt und mit vier Zählern das Unentschieden am Gerät sichert. Und auch KTV-Neuzugang Yvgen Yudenkov, der, nachdem Philipp Matzke nach der Ringeübung auf allen Vieren in die Matte kracht, drei Punkte zum Sieg beisteuert. „Nach der Halbzeit hatten wir nichts mehr zu verlieren und mussten angreifen“, sagt Fabian Hambüchen. Während sein Team sich von Gerät zu Gerät gesteigert habe, habe Saar teilweise „komische Fehler“ gemacht. Hambüchen: „Es war ein heißer Kampf bis zum Schluss!“ Sicher sei der Sieg zum Saisonbeginn beflügelnd, hofft der Ex-Weltmeister. Albert Wiemers dämpft die Euphorie: „Wir dürfen nicht den Fehler machen, zu glauben, wir gehören damit automatisch zur Spitze. Wir haben mit dem Sieg aber bewiesen, dass der Erfolg im letzten Jahr nicht nur Glück war!“

Ergebnis: KTV Obere Lahn – TG Saar 38:34; Gerätepunkte 5:7; Wettkampfpunkte 335,50:336,30.
Boden 4:5: Yudenkov – Eichhorn 0:1, Lotz – Spiridonov 1:0, Schiller – Verniaiev 0:4, Hambüchen – Bykov 3:0. Pferd 8:8: Likhovitskiy – Spiridonov 4:0, Quensell – Bykov 4:0, Lotz – Eichhorn 0:4, Hambüchen – Verniaiev 0:4. Ringe 3:7: Yudenkov – Matzke 3:0, Lotz – Spiridonov 0:2, Hambüchen – Eichhorn 0:1, Schiller – Verniaiev 0:4. Sprung 6:7: Paulicks – Matzke 4:0, Hambüchen – Bykov 2:0, Yudenkov – Verniaiev 0:3, Vennemann – Matzke 0:4. Barren 9:0: Likhovitskiy – Ehrmantraut 5:0, Lotz – Spiridonov 0:0, Paulicks – Eichhorn 2:0, Hambüchen – Verniaiev 2:0. Reck 8:7: Likhovitskiy – Spiridonov 3:0, Gauch – Eichhorn 0:4, Hambüchen – Ehrmantraut 5:0, Lotz – Verniaiev 0:3. Topscorer: Verniaiev 18, Likhovitkiy 12, Hambüchen 12.

 

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