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22. April 2014
Obere Lahn geht auf Platz 2 in die Sommerpause

SC Cottbus - KTV Obere LahnVon Benedikt Bernshausen

Cottbus. Es ist der spannendste Moment im Wettkampf: Sebastian Quensell ist der letzte Turner am Pferd. Als er mit seiner Hand die Pausche schon berührt, verkündet der Hallensprecher den Zwischenstand: 8:4 führt Obere Lahn am Gerät. Doch für Cottbus hat Oleksandr Suprun eine starke Übung vorgelegt, die Quensell wohl nicht überbieten, aber noch unschädlich machen kann. Er weiß: Verliert er vier Zähler, würde ein wichtiger Gerätpunk in der Lausitz bleiben. Deshalb schüttelt der Kieler seine neuste und schwierigste Übung aus dem Ärmel. Quensells Devise: „Alles reinhauen und höchstens drei Scorepunkte verlieren!“ Und tatsächlich, getragen von den Anfeuerungsrufen seiner Mannschaft und Fans, verliert er nur drei Punkte an den starken Ukrainer Suprun – der Sieg am Gerät geht mit 8:7 an Obere Lahn.

 

„Leichter turnen war keine Option. Ich wollte, dass wir Pferd gewinnen“, betont Gerät-Spezialist Quensell. Doch der Reihe nach: Am Boden haben die Gäste aus dem Hinterland gut begonnen. Gemeinsam sammeln Fabian Hambüchen, Jakob Paulicks und Yevgen Yudenkov zwölf Punkte, Fabian Lotz turnt unentschieden. Damit untermauert Obere Lahn schon zu Beginn die Favoritenrolle im Duell mit dem Deutschen Rekordmeister, der in diesem Jahr mit einer jungen Garde antritt. „Wir mussten in der Vergangenheit die Abgänge wichtiger Turner verkraften“, berichtet Trainer Karsten Oelsch und erinnert an Philipp Boy (2012) und Steve Woitalla (2013), die ihre Karrieren beendeten. Derzeit fehlt Cottbus mit dem verletzten Christopher Jursch zudem der beste Athlet im Kader. Und weil der Sportclub in den Bieter-Wettstreit der finanzstarken Vereine der Liga nicht einsteigen will, setzen die Brandenburger auf den eigenen Nachwuchs, wie den 15-jährigen Erik Mihan oder den erst 16-jährigen Sechskämpfer Tim Spetzke. „Die Liga ist eine gute Härteprüfung für die Jungs“, sagt Oelsch. Und obwohl die am Boden chancenlos waren, beweist die Riege unter Führung des 27-jährigen Routiniers Suprun am Pferd Moral. Gegen Waldemar Schiller, der allein zweimal vom Gerät absteigt, gewinnt Youngster Mihan vier wichtige Scorepunkte. Zwar bringen Andrey Likhovitskiy und Fabian Lotz die Biedenkopfer am Gerät wieder in Führung, doch erst als Sebastian Quensell die Fäuste zum Jubeln ballt, kann Obere Lahn aufatmen – und lässt danach nichts mehr anbrennen: An den Ringen kann nur Marc Krause (5) gegen Schiller punkten, während Lotz, Yudenkov und Jasper Vennemann zusammen neun Zähler auf das KTV-Konto buchen. Zur Halbzeit führen die „Titanen“ bereits mit 29:12. Trotzdem erkennt Vennemann noch Potential: „Wir sollten in der zweiten Hälfte versuchen, vier Übungen am Gerät durchzuturnen. Das hat bisher nicht geklappt!“ Doch als hätten die Teamkollegen zugehört, folgt zunächst am Sprung ein solider 7:2-Sieg und dann glänzt die KTV am Barren,  im Besonderen Lotz und Likhovitskiy, der dank lupenreiner Ausführung und hohem Ausgangswert mit 15,45 Punkten die Tageshöchstwertung erreicht. Doch erst mit dem finalen 18:0-Erfolg am Reck krönen die Hessen ihren Auftritt in der Lausitzarena – das letzte Liga-Duell vor der Sommerpause endet damit 63:17. Fabian Hambüchen ist erleichtert und zufrieden: „Es ist wichtig, dass wir gewonnen haben und trotz gewusster Überlegenheit nicht unkonzentriert waren!“ Ebenso sei von großer Bedeutung, dass Obere Lahn alle Gerätepunkte gewonnen habe, stellt Fabian Lotz fest. Dadurch kletterten die Biedenkopfer auf den zweiten Tabellenrang und setzten sich noch vor den punktgleichen Meisterschaftsanwärter aus Straubenhardt – Gerätepunkt sind die „Tordifferenz“ im Turnen. Topscorer wurden mit Fabian Lotz und Andrey Likhovitskiy (je 13) zwei Biedenkopfer. Fabian Hambüchen (12) belegte den dritten Rang. Anders als sonst, turnte Hambüchen nach seiner anstrengenden Japan-Reise zum Weltcup und leichter Probleme an der Schulter diesmal nur an drei Geräten. Geplant waren sogar nur Einsätze an Boden und Sprung. Doch für Jakob Paulicks, der eigentlich auch am Reck turnen sollte, beim Einturnen in der Pause aber einen stechenden Schmerz im Sprunggelenk spürte, übernahm dann Hambüchen. Überhaupt wollte der Kölner seine Freunde in Cottbus in jedem Fall unterstützen: „Ich habe an meinen Geräten ja auch gut Punkte eingefahren. Insofern: Alles richtig gemacht!“ Überhaupt bewundert Jakob Paulicks die gute Einstellung im Team, in dem selbst gegen den vermeintlich schwachen Gegner alle von der „ersten Sekunde an voll motiviert“ gewesen seien. Das bescheinigt Albert Wiemers ebenso den Gegnern, denen er seinen Respekt zollt: „Hut ab vor den jungen Leuten, die Cottbus eingesetzt hat. Die machen hier gute Arbeit. Kompliment!“

 

SC Cottbus – KTV Obere Lahn 17:63; Gerätpunkte: 0:12; Wettkampfpunkte: 307,30:329,55. Boden 0:12: Spetzke – Hambüchen 0:5, Suprun – Paulicks 0:4, Krause – Yudenkov 0:3, Galley – Lotz 0:0. Pferd 7:8: Mihan – Schiller 4:0, Krause – Likhovitskiy 0:5, Spetzke – Lotz 0:3, Suprun – Quensell 3:0. Ringe 5:9: Krause – Schiller 5:0, Gallay – Lotz 0:1, Spetzke – Vennemann 0:4, Mihan – Yudenkov 0:4. Sprung 2:7: Spetzke – Paulicks 0:2, Suprun – Hambüchen 0:2, Mihan – Yudenkov 0:3, Richter – Wiemers 2:0. Barren 3:9: Spetzke – Lotz 0:5, Suprun – Paulicks 3:0, Gallay – Gauch 0:0. Reck 0:18: Spetzke – Gauch 0:5, Krause – Lotz 0:4, Suprun – Likhovitskiy 0:4, Richter – Hambüchen 0:5. Topscorer: 1. Fabian Lotz und Andrey Likhovitskiy 13; 3. Fabian Hambüchen 12.

 

 

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