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13. November 2013
Ab jetzt kämpfen wir um Gold!

Fabs_Bodenvon Benedikt Bernshausen In den ersten Minuten nach dem Wettkampf jubeln mehr als 1500 Zuschauer minutenlang lautstark, fließen bei Trainer Albert Wiemers Tränen der Freude und fehlen seinen Sportlern die Worte: Sebastian Quensell findet es „unglaublich“, Thore Gauch „einfach unbeschreiblich“ und Fabian Hambüchen wird „das erst später realisieren“. Es sind die wohl emotionalsten Augenblicke in der Biedenkopfer Turngeschichte, die der Trainer später als „das sportlich Beste, was ich jemals erlebt habe“ zusammen fasst. Zwar sicherte sich die Kunstturnvereinigung schon beim letzten Wettkampf einen Platz in der Endrunde. Doch mit dem Sieg gegen die TG Saar steht fest, dass sie dort nicht um den dritten, sondern den ersten Platz kämpfen werden. Albert Wiemers ist überglücklich: „Wir haben hier und da gezittert, im großen und ganzen ist aber aufgegangen, was wir uns ausgemalt hatten – meine Mannschaft hat alles richtig gemacht!“


Am Boden beginnt Obere Lahn mit Fabian Hambüchen und dem Mallorquiner Fabian Gonzalez, die gegen Anton Fokin und Eugen Spiridonov die ersten sieben Punkte auf das Konto der Gastgeber buchen. Weil Fabian Lotz gegen Waldemar Eichorn und Felix Wiemers gegen Tobias Matzke stark turnen und insgesamt nur vier Punkte abgeben, gehen die „Titanen“ mit viel Rückenwind an das zweite Gerät. Auch dort lassen die Hausherren ihren Gästen aus dem Saarland keine Chance: Zuerst  verliert Fabian Hambüchen mit seiner, so Moderator Philipp Wiemers, „stärksten Übung in diesem Jahr“ nur zwei Punkte gegen den Uzbeken Fokin. Danach streicht zuerst Sebastian Quensell drei und abschließend Andrey Likhovitskiy mit seinem ersten Auftritt und einer Weltklasse-Übung fünf Zähler ein. Weil sich die Dominanz der Biedenkopfer auch an den Ringen, an denen Lotz, Likhovitskiy und Hambüchen punkten, fortsetzt, führen die Hessen gegen die Saarländer zur Pause 22:12. Doch zu Beginn der zweiten Hälfte beweist der amtierende Deutsche Mannschaftsmeister Moral, kämpft sich am Sprung nicht nur heran, sondern gewinnt das Gerät mit 8:7-Scorepunkten. Am Barren, an dem Anton Fokin, der 2008 bei Olympia Bronze an den Parallel-Holmen holte, der herausragende Athlet ist, kann Obere Lahn die Wertung trotzdem umkehren, gewinnt ihrerseits mit 8:7. Vor dem letzten Gerät beträgt der Vorsprung der Hinterländer zehn Punkte: Likhovitskiy eröffnet die Reck-Duelle mit einem Punkt gegen Maksym Semiankiv, Lotz gibt mit einer starken Leistung nur drei Punkte an Spiridonov ab – ebenso wie am Ende Thore Gauch an Thorsten Michels. Doch die Entscheidung fällt schon im vorletzen Duell zwischen Fabian Hambüchen und Waldemar Eichorn, das der Vizeweltmeister mit einer atemberaubenden Flugshow und fünf Punkten gewinnt. Damit turnt die KTV an ihren Paradegerät in dieser Saison zwar zum ersten Mal unentschieden, kann aber den Vorsprung auf die Gäste wahren. Unklar ist zu diesem Zeitpunkt noch, ob Obere Lahn den Platz im großen Finale schon sicher hat: Würde Stuttgart das Duell gegen Straubenhardt gewinnen, hätte damit, neben Wetzgau und Obere Lahn, eine dritte Mannschaft noch Chancen auf die Teilnahme. Doch nach wenigen Minuten flimmert das Ergebnis des Schwabenderbys über das Handydisplay von Philipp Wiemers: Straubenhart gewinnt deutlich mit 41:11. Albert Wiemers fasst das Geschehen über das Hallen-Mikrofon in Worte: „Damit sind wir schon Deutscher Vizemeister!“ Jetzt hällt es die Zuschauer, von denen nach dem letzten Duell noch keiner die vor Spannung knisternde Halle verlassen hat, nicht mehr auf den Plätzen: Stehende Ovationen, laute Trommelschläge und „Finale, Finale“-Sprechchöre sorgen für eine unvergessliche Gänsehautatmosphäre. Und als die Biedenkopfer Turner sich mit einem Banner in den Händen bei ihren Fans für die großartige Unterstüzung bedanken, erweist der Deutsche Meister den „Titanen“ mit einer tiefen Verbeugung seine Ehre. Fabian Hambüchen, der von Fans umzingelt Autogramme schreibt, zieht Bilanz: „Wir haben versucht mit schweren, aber stabilen Übungen zu punkten und nicht zu viel zu riskieren.“ Dabei habe die KTV sicher auch von Ausfällen der Gegener, denen unter anderem der verletzte Leistungsträger Ivan Bykov fehlt, profitiert. „Mit denen wäre es knallhart geworden. Trotzdem haben die es uns nicht leicht gemacht, es war spannend bis zum Schluss“, betont Hambüchen. Am nächsten Wochenende trifft die KTV auswärts auf Wetzgau – den Verein, der ihnen dann in zwei Wochen auch im Finale gegenüber stehen wird. „Wetzgau hat eine enorme Qualität, aber der Wettkampf beginnt bei Null“, weiß Sebastian Quensell. Und während Fabian Hambüchen schon den Gewinn der Silbermedaille als Sensation feiert, zeigt sich der Kieler angriffslustig: „Wir geben weiter Vollgas: Jetzt wollen wir auch oben stehen!“ Und dass das gelingen kann, vermutet auch Saar-Trainer Victor Schweitzer: „Es ist möglich: Ich glaube, die können Deutscher Meister werden!“

Ergebnis – KTV Obere Lahn – TG Saar: 43:33; Gerätepunkte: 9:3; Wettkampfpunkte: 331,20:328,75.
Boden 7:4: Hambüchen – Fokin 4:0; Gonzalez – Spiridonov 3:0; Lotz – Eichhorn 0:3; Wiemers – Matzke 0:1. Pferd 8:4: Hambüchen – Fokin 0:2; Lotz – Spiridonov 0:2; Quensell – Eichorn 3:0; Likhovitskiy – Matzke 5:0. Ringe 7:4: Lotz – Rupp 2:0; Likhovitskiy – Eichorn 2:0; Hambüchen – Fokin 3:0; Vennemann – Spiridonov 0:4. Sprung 7:8: Hambüchen – Eichorn 4:0; Wiemers – Fokin 0:4; Gonzalez – Spiridonov 3:0; Vennemann – Matzke 0:4. Barren 8:7: Hambüchen – Eichorn 4:0; Likhovitskiy – Spiridonov 4:0; Lotz – Fokin 0:4; Gauch – Michels 0:3. Reck 6:6: Likhovitskiy – Semiankiv 1:0; Lotz – Spiridonov 0:3; Hambüchen – Eichorn 5:0; Gauch – Michels 0:3. Topscorer: 1. Hambüchen 20; 2. Likhovitskiy 12; 3. Anton Fokin 10.

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