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20. Oktober 2010
Rabenschwarzer Tag für die KTV

Bezeichnend war die kalte Dusche direkt im Anschluss an die knappe Niederlage in Oberhausen. In der insgesamt unterkühlten Halle, die durch die 140 begeisterten Zuschauer etwas aufgeheizt werden konnte, erlebte die KTV gleich mehrere „eiskalte Abreibungen“. Gegen die vier Westfalen im Kampfgericht, stand der eine hessische Vertreter Jan Reuter teilweise auf verlorenem Posten.

Bereits am Boden gab es doch einigen Grund zur Verwunderung. Mirko Osting legte mit starker Bodenübung vor und die starke Leistung ist keinesfalls zu schmälern. Erstaunlich nur, dass die deutliche Zeitüberschreitung von 7 Sekunden vom Oberhausener Zeitnehmer nicht geahndet wurde. „Wir sind letztes Jahr schon auf Mirkos Übung aufmerksam geworden. Er zeigt natürlich starke Elemente und hat sogar die Ausdauer für sechs Bodenbahnen, dennoch haben wir bemerkt, dass die Übung lang erschien“, so Wiemers. Da damals auch kein Zeitabzug in Oberhausen erfolgte, da der neunjährige Oberhausener Zeitnehmer mit der Aufgabe konfrontiert wurde „nach sechzig Sekunden gegen den Gong zu hauen“, wurde dieses Jahr mit gestoppt. Nicht gerade üblich, aber auch dieses Mal bestätigte sich der Verdacht. In diesem Jahr legte wieder Mirko am Boden vor. Trainer Albert Wiemers, gewarnt aus dem Vorjahr, stoppte die Zeit mit. Das führte schon zu einigem Erstaunen, da nur ein Gong ertönte, aber die handgestoppte Zeit 77 Sekunden betrug. „Das kann nur ein Irrtum des Zeitnehmers sein, der den ersten Schlag vergessen hat.“, so die einhellige Meinung. In Artikel 29 der internationalen Wertungsvorschriften muss der Abzug bei 5 Zehnteln liegen. Mirkos schwierige Übung war damit deutlich weniger Wert und Trainer Wiemers zog somit Waldemar Schillers Karte, der nun gegen Mirko antreten sollte. Erstaunlicher Weise hat der Zeitnehmer bei Mikros Bodenvortrag keine Unregelmäßigkeit in Hinblick auf das Zeitmanagement bemerkt. Auf Videos ist allerdings klar zu erkennen ist, dass die Übung zu lang war. Der Oberkampfrichter änderte die Wertung dennoch nicht. Das ist allerdings eingeläutet und läuft. An dieser Stelle muss nun darüber nachgedacht werden, ob neutrale Zeitnehmer und Linienrichter von der DTL gestellt werden müssen, wodurch folgerichtig die Beiträge für die Mitgliedsvereine weiter steigen würden. Schade, dass es soweit kommen muss und über solche Dinge diskutiert wird.

Hinzu kommt, dass ein solcher Vorfall selbstredend Unruhe in das Team brachte und das Team etwas neben sich stand.

Nach dem knappen Ausgang am Boden turnten die ersten drei Turner der KTV gute Übungen und die KTV lag vorne. Das Vergessen eines eingegebenen E-Teils in den Computer bei Fabian Lotz sorgte zwar noch am Reck im Kampfgericht für Unstimmigkeiten, die so weit gingen, dass nach der letzten Übung keiner wusste, wer überhaupt gewonnen hatte. Alexey Koltakov erwischte keinen guten Tag und stand zwei Mal neben dem Pauschenpferd. Zum Erstaunen der KTV-Turner erhielt er aber über vier Punkte Abzug, schon viel im Vergleich zu Osting, der mit einer Übungsunterbrechung auf einen Abzug von 1,7 Punkten kam.

Die Leistung des fast rein westfälischen Kampfgerichts steht nicht zur Debatte, es schaut jeder durch seine eigene Brille und es gibt immer mal wieder Unverständnis.

Am Sprung gaben die Linienrichter bei Lotz bekannt, er sei mit beiden Füßen neben der Matte gelandet. Wieder hatten Kinder den Job des Linienrichters. Keiner der KTV-Athleten sah das genauso. Der Oberkampfrichter musste sich auf die Anzeige der Kinder verlassen, da er vom anderen Hallenende aus wertete. Beim Abzug von 0,5 Zehnteln muss der Athlet komplett außerhalb landen. Bis jetzt kann Fabian diese Entscheidung nicht nachvollziehen.

Leider spuckte dann auch das Scoreboard zu allem Überfluss noch die falschen Punkte aus. Angeblich seien Bramkamps Punkte am Reck auf das Konto der KTV gegangen. Danach wurde das Scoreboard ausgeschaltet und die Übersicht war vollends dahin und sorgte für zusätzliche Verunsicherung.

Leider zog sich dieses Geschehen durch den kompletten Wettkampf, doch ist es müßig alles aufzuzählen und kann im Nachhinein auch nichts mehr ändern. Das KTTO zeigte in ihrem Durchgang nur einen Fehler am Boden und zwei Stürze am Pferd, was durchaus ein Topdurchgang war. Die KTV hingegen leistete sich deutlich mehr Fehler, wurde aber dennoch immer wieder doppelt bestraft.

Trotzallem war nach Barren noch alles offen. Selbst hatte man es am Reck in der Hand zu gewinnen. Dies gelang durch drei Fehler leider nicht!

Jasper Vennemann, Fairplaypreisträger der Deutschen Turnliga: „Eine solche Stimmung habe ich in der Kabine nach dem Wettkampf bei uns noch nicht erlebt. Wir waren schon häufig gute Verlierer, aber das hat so gar keinen Spaß gemacht.“

Trainer Siegfried Ingendorn:“Es ist doch egal wer gewinnt, es war ein toller Wettkampf.“ Aus den Augen des Oberhausener Turnzaren betrachtet mag das stimmen. In den Ohren der KTV hörte sich das zu diesem Zeitpunkt nach Provokation an. Auch dass der „Chef“ bei seiner abschließenden Rede die mitgereisten Fans der KTV mit „Halt die Klappe“ beschimpfte, ließ kein gutes Licht auf ihn fallen.

Die Aussage von Sydnee Ingendorn: „Ihr habt den Wettkampf doch kaputt gemacht mit den ganzen Beschwerden. Ihr wart die Einzigen, die sich über die Wertungen beschwert haben“ hinterließ einen weiteren faden Beigeschmack.

„Wer uns kennt, weiß, dass wir gute Verlierer sind, aber sowas tut einfach weh, schade dass es so lief. Der Sieg für Oberhausen hat in jedem Fall einen faden Beigeschmack und die Turner sollten sich fragen, wie groß die Freude dieses Mal ausfällt.“, so Kapitän Philipp Wiemers in der Umkleide.

Nach der kalten Dusche und einer kurzen Diskussion in der Halle wurden die Turner der KTV von Hallensprecher Sydnee Ingendorn mit den Worten „Es wäre besser, wenn ihr jetzt geht.“ , der Halle verwiesen.

Fraglich bleibt nun, ob in Oberhausen doppelt gut geturnt werden muss, um einen Wettkampf zu gewinnen?

Schon jetzt freut man sich in Biedenkopf auf ein Aufeinandertreffen im kommenden Jahr an der Lahn.

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